So will man mit "Managed Care" Kosten sparen….

"Managed Care"-Systeme versuchen, ihre angekündigte Kostenersparnis dadurch zu erzwingen, indem
1. der Zugang zum Facharzt erschwert,
2. die Entscheidungskompetenz über medizinische Fragestellungen und über die Zuteilung medizinischer Hilfe den Ärzten entzogen und den Versicherern und Gesundheitsökonomen zugesprochen wird und
3. die typischerweise "unwägbaren" Faktoren im System, etwa die Unsicherheit, wie viele Menschen an einer bestimmten Störung erkranken, wie schnell sie wieder gesund werden, welchen Aufwand die Heilung benötigt etc.., von den Versicherern auf die behandelnden Ärzte abgeschoben werden.

Unter "Managed Care"-Bedingungen tut also im Grunde keiner der Akteure mehr das, was er gelernt hat und wofür er eigentlich kompetent ist:
- Versicherer haben ihr Versicherungsrisiko an die Ärzte abgetreten und urteilen in ihrer neuen Rolle über medizinische Sachfragen.
- Ärzte haben ihre originären ärztlichen Kernkompetenzen an die Versicherer und Gesundheitsökonomen (die neuen selbsternannten "Gesundheitsexperten")abgetreten. Sie sind nicht mehr alleine dem Patienten und ihrem medizinischen Wissen verpflichtet, sondern müssen nun in ihrer neuen Rolle als "Gesundheits-Manager" eine "Budgetmitverantwortung" für die Behandlung ihrer Patienten tragen. Mit anderen Worten: Ärzten wird unter "Managed Care" zugemutet, medizinische Leistungen mit Blick auf ein vorgegebenes Budget gezielt zuzuteilen oder eben auch vorzuenthalten (wenn das Budget ausgeschöpft ist.

One Response to “So will man mit "Managed Care" Kosten sparen….”

  1. Chill sagt:

    Guten Tag Herr Kollege

    Das die Krankenkassen bei MC das Versicherungsrisiko auf uns übertragen war mir gar nicht so klar. Aber Sie haben natürlich recht, wenn wir das Budget nicht überschreiten dürfen bzw selber haften müssen.

    Gruss

    Chill

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