Managed Care und ärztlicher Auftrag

Ich meine, wir müssen uns klar sein, dass Managed Care weder dem medizinischen Auftrag noch den Bedürfnissen unserer Patienten dient. Managed Care ist eine Sammlung marktwirtschaftlicher Kontroll- und Steuerungsinstrumente, mit denen die geschützte Interaktion zwischen Patient und Arzt und die Behandlungswege von aussen kontrollier- und beeinflussbar gemacht werden sollen. Es blockiert und erschwert den Weg vom Patient zum Arzt. Von "Optimierung" und "Effizienzsteigerung" im medizinischen Sinne kann hier sicher keine Rede sein. Solche Veränderungen hätten wir längst angenehm gespürt. Wo Managed Care die Kontrolle übernimmt, wird es ungemütlich und aufwendiger. Es geht ausschliesslich um die Effizienz und Optimierung der Geldverteilung und der Systemprozesse, nicht um Medizin! Weder Ärzte noch Patienten werden die Profiteure dieses Systemwechsels sein. Wir werden im Gegenteil immer mehr Aufwand betreiben müssen und dabei in kaum lösbare Rollenkonflikte kommen (Stichwort: Budgetverantwortung), um trotz Managed Care-Bedingungen alle bedürftigen Patienten erreichen und dabei dieselben Therapieerfolge erzielen zu können. Deshalb sollten wir uns der Einführung von Managed Care widersetzen.

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