Psychotherapie-Verordnung: verschiedene erste Erfahrungen und Bedürfnisse

Neulich ging es um die ersten Erfahrungen mit der neuen Psychotherapie-Verordnung, die seit Januar 07 in Kraft ist. Die Aufspaltung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung in "Psychotherapie" einerseits und "integrierte psychiatrische Behandlung" andererseits ist aus Sicht der psychiatrischen Lehre im Grunde ein Rückschritt und scheint dementsprechend auch in der Praxis in vielen Fällen künstlich und schwierig. Es gibt KollegInnen, die fast jede ihrer Behandlungen melden und andere, die bei vergleichbarem Patientengut fast oder gar keine Behandlung als "reine Psychotherapie" empfinden und gemeldet haben.

Aufgrund der medizinischen Gegebenheiten selber lässt sich die von Herrn Bundesrat Couchepin geforderte Einteilung also offenbar in vielen Fällen nicht eindeutig vornehmen. Daher gibt es schriftliche "Empfehlungen", z. B. vom Bundesamt für Gesundheit , die dem Facharzt erklären, was eine "Psychotherapie" ist und was nicht und wie man die Meldebögen am besten ausfüllt. Wem das nicht ausreicht, der kann sich direkt Hilfe bei der Infoline der Schweizerischen Geasellschaft der Vertrauensärzte holen.

Bei einem regionalen Psychiatertreffen in einem Nachbarkanton sei auch über die Psychiatrie-Verordnung debattiert worden. Wegen der Verordnung selber habe es jedoch kaum Kritik gegeben. Bemängelt worden sei vor allem, dass die Anweisungen zum Ausfüllen der Meldebögen nicht detailliert genug seien.

Zwei meiner eigenen Patienten haben die Behandlung nicht weiterführen wollen, nachdem ich sie über die neue Meldepflicht aufgeklärt und ihnen den Meldebogen gezeigt hatte.

Antwort eingeben

n/a