Urteil: Deutsche Krankenkassen dürfen nicht nach Aktenlage das Krankentaggeld verweigern

"Das Landessozialgericht Hessen hat entschieden, dass Krankenkassen ihren Versicherten nicht nach reiner Aktenlage das Krankengeld verweigern dürfen."

(gefunden bei psychiatrie-professionell.de)

Das gilt dann vermutlich nicht nur für das Krankentaggeld, sondern auch für andere vertrauensärztliche Entscheidungen, wenn sie virtuos-heroisch vom Schreibtisch aus gefällt werden, ohne den betroffenen Versicherten je persönlich gesehen und sich von dessen Situation ein Bild gemacht zu haben. Auf medizinischer Grundlage und mit fachlichen Argumenten kann kein Arzt eine solche Begutachtungspraxis rechtfertigen. Selbst jeder Laie versteht sofort, dass ein Gutachter sich ohne persönliche Anschauung kein Urteil bilden kann, und dass Versicherer sich mit dieser Methode ohne grossen Aufwand und quasi nach Belieben von ihrer Versicherungspflicht befreien können.

Da die Rechtsauffassung in der Schweiz oft ähnlich ist wie im Nachbarland Deutschland, sollte es sich für Versicherte lohnen, gegen ähnliche Fälle, z. B. auch diesen hier, zu klagen. Nur wenn Betroffene das regelmässig tun, kann die Ausbreitung solcher Praktiken wirksam gestoppt und verhindert werden, dass sie sich im neuen verschärften Wettbewerb der Kassen als probates Mittel etablieren.

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