Weg der Hoffnung

Schon als Kind merkte ich, dass ich anders bin als alle anderen Kinder. Ich war immer eine Aussenseiterin. Ich fühlte mich immer einsam und allein und von allen Menschen unverstanden und ungeliebt. In der ganzen Schulzeit wurde ich von allen ausgeschlossen, ausgelacht, geplagt und gehänselt. Jeden Tag war es für mich die Hölle, aufstehen zu müssen, um in die Schule zu gehen. Ich hatte nie jemanden zum Reden und frass all meine Probleme und Sorgen in mich hinein. Niemand war je für mich da und niemand sah wie schlecht es mir ging.

Abends wenn ich weinend im Bett lag und nicht mehr weiter wusste, betete ich zu Gott und bat ihn um Hilfe. Doch leider wurde es immer schlimmer. Meine Ängste wurden so schlimm, dass ich Pankattacken bekam. Ich fühlte mich von Gott im Stich gelassen. Ich fing an daran zu zweifeln, dass es einen Gott gibt und verlor dann immer mehr den Glauben.

Endlich war ich erwachsen und kam in die Arbeitswelt. Ich musste nicht mehr zur Schule. Ich verdrängte meine psychischen Probleme und versuchte, so gut wie möglich durchs Leben zu gehen. Trotz weiteren schlechten Erfahrungen schien es ein paar Jahre gut zu gehen. Eines Tages wurde mir dann bewusst, dass es so nicht mehr weitergehen kann und dass ich dringend professionelle Hilfe benötige. Denn meine psychische Verfassung wurde mit Verdrängen nicht besser, sondern nur viel schlimmer. Angst und Panik wurden zu meinen ständigen Begleitern. Ich kam mit meinem Leben nicht mehr klar und bekam immer mehr Depressionen.

Irgendwann hatte ich einen Nervenzusammenbruch, und von da an ging gar nichts mehr. Ich konnte nicht mehr arbeiten. Ich fühlte mich wertlos und von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert. Nichts schien mehr zu funktionieren. Ich lebte nur noch depressiv, ziel- und hoffnungslos in den Tag hinein. Ich sah keinen Sinn mehr in meinem Leben.

Ich hatte schon viele Male Suizidgedanken in meinem Leben, wenn ich keine Kraft mehr hatte. Doch von irgendwo kam dann stets ein Lichtblick her, dass ich es schaffte, weiter zu kämpfen und nicht aufgab. Gab mir die tiefe Liebe zu meiner Familie und zu meinen Freunden Kraft? Oder gibt es doch einen Gott, der mir half es durchzustehen? Ich weiss es nicht. Doch was ich weiss ist, dass ich froh bin, heute im Tageszentrum sein zu dürfen. Seit ich hier bin, habe ich wieder ein Ziel vor Augen sowie einen Sinn und Menschen, die mich verstehen und akzentieren, so wie ich bin. Ich habe hier auch Seelenverwandte gefunden, wo sich schöne Freundschaften entwickelt haben. Das Tageszentrum gibt mir wieder Hoffnung!

(33 jährige Patientin, Veröffentlichung erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung)

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